Zum Neuen Jahr: Synagogenkarten für 5777

Ihr wollt auch im Jahr 5777 wieder eure Zugehörigkeit zum Fraenkelufer zeigen, euch einen Sitzplatz an den Hohen Feiertagen sichern oder einfach deutlich machen, wie wichtig euch unsere kleine Synagoge ist? Dann habt ihr ab sofort wieder die Möglichkeit, Synagogenkarten zu erwerben. Ein kleines Signal, das für das Fraenkelufer und seinen Fortbestand große Bedeutung hat!

Es gibt verschiedene Jahreskarten, je nach Zahlkraft und Unterstützungsinteresse – wählt einfach aus, was am besten für euch passt:

  • Einen festen Sitzplatz erhaltet ihr für 35,00 bis 50,00 Euro
  • Jugendliche und Studenten zahlen 25,00 bis 35,00 Euro.
  • Eine Gäste- bzw. Unterstützer (ohne Name auf der Karte) erhaltet ihr für 15,00 bis 25,00 Euro.

Bitte schreibt eine Mail an grigorij.kristal@gmx.de oder jonathan.marcus@fraenkelufer.de und „bestellt“ die Karten direkt ans Fraenkelufer, wo ihr sie z.B. Freitagabends vor dem Shabbat-Gebet abholen könnt. Ihr könnt entweder vor Ort bar bezahlen oder den Betrag vorab überweisen:

Konto: Jüdische Gemeinde zu Berlin, Synagoge Fraenkelufer
Verwendungszweck: „Synagogenkarten Fraenkelufer”
Berliner Sparkasse
IBAN: DE 26 1005 0000 6000 0311 98
BIC: BELADEBEXXX

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Synagogue tickets for 5777

Show your support for Fraenkelufer and secure your place for the upcoming High Holidays by getting your tickets:

  • Regular seat reservation: 35-50€
  • Youth and student discount: 25-35€
  • Guest or supporter (without name on ticket): 15-25€

Send an email to grigorij.kristal@gmx.de or jonathan.marcus@fraenkelufer.de. You can pick up tickets directly from the Ufer when you come by for a Shabbat service, and pay either directly then in cash or transfer to
Account: Jüdische Gemeinde zu Berlin, Synagoge Fraenkelufer
Purpose: „Synagogenkarten Fraenkelufer”
Bank: Berliner Sparkasse
IBAN: DE 26 1005 0000 6000 0311 98
BIC: BELADEBEXXX

100 Jahre Synagoge Fraenkelufer

Rede_foto

Foto: William Glucroft

Begrüßungsrede von Nina Peretz zum Festakt am 4. September 2016

Ma tovú ohalecha Jaacov mishkenotecha Israel.
Wie schön sind deine Zelte, Jakob! Deine Wohnungen, Israel.

Mit diesem Tora-Vers, den Sie gerade in der Vertonung von Louis Lewandowski gehört haben, wurde unsere Synagoge vor einhundert Jahren eingeweiht.
Deshalb begrüßen wir Sie auch heute mit diesen Klängen.

Herzlich willkommen, liebe Gäste!
Liebe Bürgermeisterin Monika Herrmann,
lieber Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Dr. Joffe,
liebe Mitglieder des Bundestages, Petra Pau und Volker Beck,
liebe Mitglieder des Abgeordnetenhauses,
der Repräsentantenversammlung der Gemeinde,
liebe Bezirksverordnete,
liebe Partner, Förderer und Freunde des Fraenkelufers,
liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
und vor allem liebe Beterinnen und Beter,

Wenn wir heute das Jubiläum der Synagoge am Fraenkelufer feiern, geht es um viel mehr als das 100-jährige Bestehen eines Gebäudes. Es geht vor allem um die Menschen, die diesen Ort im Laufe des Jahrhunderts mit Leben gefüllt haben. Denn damals, nach dem Grauen und der Vernichtung durch die Schoa und den Krieg, schien es mehr als unwahrscheinlich, dass wieder aktives Gemeindeleben in die Synagoge zurückkehrt. Und doch: Gleich nach dem Krieg gab es wieder Gebete, und auch seitdem fast durchgängig über alle Jahrzehnte. Heute, 100 Jahre nach der Gründung, gibt es hier wieder eine junge und wachsende Gemeinschaft. Und das, liebe Gäste, ist der wahre Anlass zur Feier.

Denn die Geschichte des Ortes ist untrennbar verbunden mit den Menschen am Fraenkelufer – Menschen, die sich in der Synagoge versammelten, hier beteten, Feste feierten, lernten und auch hier wohnten. Die persönlichen Geschichten dieser Menschen wollten wir erzählen. Deshalb haben wir zum Jubiläum die Ausstellung „100 Jahre Synagoge am Fraenkelufer“ ins Leben gerufen.

Anhand persönlicher Biografien und Bilder zeigt die Ausstellung Lebenswege und Erinnerungen einiger Menschen, die im letzten Jahrhundert mit der Synagoge verbunden waren und es bis heute sind. Entstanden ist so ein Familienalbum der ganz besonderen Art.

Viele der Menschen, über die Sie in der Ausstellung lesen können, sind auch heute anwesend – das freut uns sehr. Einer von ihnen hatte einen besonders weiten Weg, denn er ist aus Petach Tikwa in Israel gekommen. Peter Salomon überlebte als kleiner Junge hier hier in der Synagoge – nach dem Krieg wanderte er nach Israel aus und lebt dort heute als Iftach Ronen. Iftach und Sarah, wir sind sehr glücklich, dass ihr heute bei uns sein könnt.

Auch Meir Neumann, der die Shoa im Versteck überlebt und hier kurz nach dem Krieg Bar Mitzvah gefeiert hat, ist noch heute Beter am Fraenkelufer – und hat uns für die Ausstellung an seinen Erinnerungen teilhaben lassen.

Die Geschichte einer weiteren Person dürfte vielen von Ihnen ein Begriff sein: Robert Capa, der spätere Begründer der Fotoagentur Magnum. Seine Bilder vom ersten Feiertagsgebet am Fraenkelufer direkt nach dem Krieg hängen seit diesem Wochenende bei uns in der Synagoge, in der Ausstellung „Neubeginn – Robert Capa am Fraenkelufer“.
Über die beiden Ausstellungen erfahren Sie später noch mehr.

Erwähnen möchte ich noch einen Menschen, der der Synagoge durch seine Familiengeschichte verbunden ist: Michael Bob besuchte das Fraenkelufer als Kind mit seinem Vater und feierte 1967 hier seine Bar Mitzvah. Der großzügigen Unterstützung von Herrn Bob ist es zu verdanken, dass wir die Ausstellung und die Feierlichkeiten in dieser Form umsetzen können.
Auch viele weitere private Spender haben zum Gelingen der Feierlichkeiten beigetragen – dafür vielen Dank.

Wir danken auch dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und dem Friedrichshain-Kreuzberg Museum für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.

Dank gilt auch der Jüdischen Gemeinde zu Berlin für ihre Unterstützung – der Jubiläumsfeierlichkeiten, aber auch der Gemeindearbeit hier am Fraenkelufer.

Schließlich möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um den vielen Freunden der Synagoge Fraenkelufer zu danken, die sich täglich für das Fortbestehen jüdischen Lebens an diesem Ort einsetzen. Ihrem ausschließlich ehrenamtlichen Engagement ist es zu verdanken, dass es am Fraenkelufer auch in Zukunft jüdisches Leben geben wird. Denn unsere Aufgabe sehen wir darin, die Synagoge zu erhalten – nicht als Museum oder Mahnmal, sondern als aktives Zentrum jüdischen Lebens.

Heute wollen wir also auf das 100-jährige Bestehen dieses Gebetshauses anstoßen – und auf die viele Menschen, die es zur Gemeinde machen.
Ich lade Sie alle herzlich ein, gemeinsam mit uns zu feiern, und wünsche Ihnen einen schönen und bewegenden Nachmittag am Fraenkelufer!

Vielen Dank.

Hier finden Sie das Programm des Festakts am 4. September.